100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Wilhelm Bender - Frankfurter Köpfe

Wilhelm Bender

Er machte aus dem Frankfurter Flughafen ein Weltunternehmen. Dr. Wilhelm Bender, seit 1993 Flughafenboss, der Chef von Fraport und 27.000 Menschen. Braucht Platz: Für mehr Starts und Landungen, für mehr Fracht, für den A380. Studierte in Frankfurt, promovierte in Gießen. Kennt sich aus mit komplexen Verkehrssystemen: Vor seinem Fraport-Engagement bei der Bahn tätig und beim Großspediteur Schenker.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Mein erster Eindruck? Was für ein Verkehr! Wir fuhren mit der Straßenbahn Richtung Hauptbahnhof – in jedem Waggon ein Schaffner. Und der rief – natürlich gut frankforderisch – die jeweils nächste Haltestelle aus. So auch „Festhalle“. Was bei mir dazu führte, sofort die nächste Haltestange zu suchen, weil ich statt des Haltestellennamens die Aufforderung zum „Festhalten“ verstanden hatte.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Heute wie schon immer: Frankfurt ist eine Stadt der Vielfalt und der Toleranz. Gegensätze gehören zum gelebten Erfahrungsschatz und lösen keine Glaubenskriege aus. Hier ist man aufgeschlossen gegenüber dem Fremden, der auch als Fremder dazugehören darf.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der romantische Garten des Petri-Häuschens mit Blick auf die Nidda und den Brentanopark. Ein Ort mit Aura in dieser als zu nüchtern beschriebenen Stadt.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das „Parthenon“ in der Kennedyallee in Frankfurt. Hier verbinden sich meine Liebe zu Griechenland und meine Freude an kulinarischer Kunst.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Dort, wo ich wohne – mitten in Frankfurt und doch im Grünen.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Die Fähigkeit, sich auf Neues einzustellen. Den Wandel zu akzeptieren, auch wenn er kaum mehr Platz für Gewohntes lässt.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Als großartige Persönlichkeit, die unendlich viel für diese Stadt getan hat, bewundere ich Ludwig Landmann. Frankfurt verdankt ihm das Waldstadion, die Großmarkthalle und den damals richtungweisenden Wohnungsbau mit dem Architekten und Stadtplaner Ernst May.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Bei einer Fahrt mit dem Heißluftballon über dem Taunus hat mich einmal die Vorstellung fasziniert, zwischen den Hochhäusern zu schweben.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Da gäbe es natürlich viele. Ich nehme Otto Hahn in dem Moment, als er bei einem chemischen Experiment die Kernspaltung entdeckte.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Einfach da sein. Leben, Wohnen, Arbeiten in dieser Stadt. Ihr Lebensgefühl atmen, ihren durchaus knorrigen Humor erfahren.