100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Sylvia Bialucha - Frankfurter Köpfe

Sylvia Bialucha

Seit meinem 4. Lebensjahr wohne ich in Frankfurt, die meiste Zeit davon nun in Heddernheim.
Die Kindheit in der damals neu gebauten N-W-Stadt bot viele Freiheiten und –räume. Ein Ausflug zur alten Eisbahn glich einer Tagesexkursion, eine Radtour ins Ginnheimer Wäldchen einer Forschungsexpedition.

Meine Studentenzeit im Mainz der 80er Jahre zeigte mir, dass kleinere Städte nicht unbedingt mehr Erholungsmöglichkeiten und Lebensqualität bieten. Danach war für mich klar, dass ich keinen Grund hatte, in eine andere Stadt innerhalb Deutschlands zu ziehen. Mein Studium der Innenarchitektur beendete ich von Frankfurt aus, nachdem ich eine Ernst-May-Wohnung in Westhausen beziehen konnte.

Seitdem arbeite ich in meinem Beruf in und um Frankfurt, größtenteils im sog. Objektbereich (Büoraumplanungen, etc.). Ich beschäftige mich mit Schönem und Praktischem, Ergonomie und Ökonomie, Analyse und Planung für den Arbeitsplatz, die Freizeit und zu Hause.

Viele Wege führen zum Ziel – auch kurze............

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Ein großer Abenteuerspielplatz – viel Natur direkt neben Beton – alles Wichtige in der Nähe – Sonntage im Taunus – Fremden den Weg im N-W-Zentrum weisen – Suche nach Römerscherben auf der Baustelle Rosa-Luxemburg-Strasse – Schrebergärten mit Löwenmäulchen und Brombeerhecken – Schlittschuhlaufen im Martin-Luther-King-Park – Enten füttern an der Nidda – Fernheizung im Winter – der Eismann im Sommer – gelebte Nachbarschaft – immer viele Kinder ...

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Spiegel des herrschenden Zeitgeistes – selbstbewusst – einzige Skyline Deutschlands in einem Konglomerat aus Dörfern – „In Frankfurt kommt’s Leben auf den Punkt“ (Zeile aus einem Lied von ?) – Verkehrsknotenpunkt in alle Richtungen (Straße/Schiene/Luft) – spannendes Nebeneinander von Stadt und Natur, Alt und Neu – kurze Wege – multikulturell/international – immer im Wandel – leider für Radfahrer etwas anstrengend ...

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

- Die Nidda (mit Buga-Gelände) bei jeder Jahreszeit als Verkehrs-Ader, Walking-Strecke, Naherholungsgebiet mit vielen Tieren und Pflanzen. Als Löwenzahnlieferant für Franz, meinen Pflegehasen ...


Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das Tower-Cafe am alten Flugplatz an der Nidda in Bonames. Als Ziel einer kleinen Radtour oder am Ende einer großen. Ein Ort für alle Generationen mitten im Grün, bietet ab und zu auch Veranstaltungen und dient einem guten Zweck.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Ich wohne nun seit 16 Jahren in Heddernheim und möchte dort bleiben. Ein Haus mit Blick auf den Niddapark und den Taunus wäre die Krönung - jedoch unrealisierbar, mangels Hügel in unserem „Dorf“.
Auch „Klaa Paris“ genannt, ist Heddernheim mit seinem Faschingsdienstags-Umzug die „Narrenhochburg“ Frankfurts.
Leider ist das ehemals rege Geschäftsleben nach der Eröffnung des N-W-Zentrums langsam gestorben.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Frankfurt war/ist in Vielem ein Vorreiter – die Stadt ist ihren ehemals schlechten Ruf losgeworden – ich habe hier alles „vor der Nase“, wofür andere lange anreisen müssen (Flughafen, Messe, Events)

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Ernst May, ehem. Siedlungsdezernent der Stadt Frankfurt, und Margarete Schütte-Lihotzky, Entwerferin der „Frankfurter Küche“ – das Konzept dieser Wohnungen/Häuser funktioniert wirklich.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

In den Tigerpalast.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Denjenigen, der für Kreativ-Wettbewerbe zuständig ist.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

In meinem Homeoffice arbeiten, mit Blick auf die Tannen und Häuserdächer mit ihren Vögeln und Eichhörnchen vor meinem Fenster – verreisen, um sich auf Daheim zu freuen – Tanzen gehen – Events mit netten Leuten besuchen – im Sommer mit Freunden in einer Gartenkneipe einen Äppler zu trinken ...