100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Susanne Kujer - Frankfurter Köpfe

Susanne Kujer

Schon früh bestimmte die Kunst mein Leben. Bereits als Kind, so hat mir meine Mutter verraten, habe ich mich mit Malerei beschäftigt, seitenweise blankes Papier mit Farbe gefüllt und auf diese Weise nicht selten ihr Büro in ein Atelier verwandelt. Trotz dieser kreativen Seite wollte ich nie selbst Künstlerin werden. Es sollte Kunstpädagogik und Kunstgeschichte sein, denn die Vermittlung liegt mir mehr. Mein Studium an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität führte mich nach meinem Abschluss dann auch an den Palast der Hochkultur – ins Städel. Zweiundzwanzig Jahre leitete ich dort die museumspädagogische Abteilung und tauchte dabei tief ein in den Kosmos des großen Kulturbetriebs. Damals war ich die erste Museumspädagogin. Dann folgte der Schritt in die städtische Kulturszene. Der Wechsel ins Kulturamt der Stadt war und ist nach wie vor eine Herausforderung. Hier bin ich der Zeitgenossenschaft näher und im realen Leben. Mein Beruf ist dabei stets Privates und Berufliches zugleich. Ob Opernbesuch, Pop-Konzert oder Ausstellungseröffnung – die Kultur ist mein ständiger Begleiter. Wenn die Kunst nicht gerade meine Freizeit bestimmt, dann genieße ich Ausritte mit meinem Pferd und Spaziergänge im Stadtwald mit meinem Boxer. Frankfurt ist für mich der ideale Ort – Heimat und tägliche Herausforderung, der ich mich gerne stelle.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Ich bin in Frankfurt geboren und erinnere mich an viele aufregende Zeiten: an die stetigen Veränderungen des Stadtbildes, die wachsende Skyline, an Demonstrationen und Hausbesetzungen, an die Straßenbahnlinie die über die Zeil fuhr, an das Drehrestaurant im Henninger-Turm, an Grzimeks-Zoo und Tanzen im Palmengarten.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Frankfurt hat sich nicht nur durch das Museumsufer von der Bankenstadt zur Kulturmetropole entwickelt. Städel, Schirn, Kunstverein, Portikus, über 70 Galerien und Off-Spaces haben hier Gegenwartskunst und eine lebendige Szene etabliert. Heute trifft sich Frankfurt bei der "Nacht der Museen" oder dem "Museumsuferfest".

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Definitiv das Museumsufer und hier das Café im Park des Liebieghauses oder auch "Goethes Ruh'" am Goetheturm..

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Als Frankfurterin schätze ich die traditionellen Apfelweinlokale ebenso wie die Spitzengastronomie - je nach Laune...

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Wo ich wohne - in Sachsenhausen, auf dem Berg!

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Die Leistungen auf dem kulturellen Sektor. Die Politik rund um Hilmar Hoffmann, der mit Walter Wallmann und Ernst Gerhardt Frankfurt als weltoffene und kulturelle Stadt vorbereitete.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Ich habe ihn bereits genannt: Ernst Gerhardt

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Ich denke, ich war schon überall....

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Goethe

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Kunst gucken!