100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Ralph Eichel - Frankfurter Köpfe

Ralph Eichel

Bin ein Sachse und kein Frankfurter. Genauer gesagt: Ein Niedersachse.
Komme aus der kleinen, aber überschaubaren Reiterstadt Verden an der Aller - kurz vor den Toren von Bremen gelegen. Pferdeenthusiasten ist Verden besten bekannt, weil sich hier das Zentrum der Hannoveraner Pferdezucht befindet.

Lebe und arbeite nun schon weit mehr als ein Vierteljahrhundert mit nur kleineren Unterbrechungen in Frankfurt bzw. im Frankfurter Umland. Meine Kinder sind alle "Frankfurter Würstchen" und im Heilig-Geist-Spital am Main geboren und in Frankfurt-Eckenheim zur Schule gegangen. 

Bin nach längerem Sträuben langsam, aber sicher auch zu einem Freund des Äbbelwoi plus Handkäs' mutiert. Insbesondere die alten Wirtschaften in der Schweitzer Str. (Klaa’ Paris...) sind mir ans Herz gewachsen.


Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Sachsenhausen, das Museumsufer und den Flohmarkt am Main fand ich damals sehr interessant. 

Anfang der 80ziger aus dem Norden zugezogen, kannte ich weder den Geschmack noch die möglichen Wirkungen des Äbbelwoi, des Rauscher oder gar die Kurzzeitfolgen von Handkäs' mit Musik. 
Eigentlich waren mir nur die Mama und der Babba Hesselbach sowie der Otto Höpfner, später dann auch der Heinz Schenk vom "Blauen Bock", einigermaßen vertraut. Der HR natürlich auch - als besonderer Förderer von Hans-Joachim Kulenkampff. Er war ein des Segelns sehr kundiger Hanseat und kam aus Bremen. 

Der HR war mir auch aus anderen Gründen sehr sympathisch, weil Förderer und Produzent der Fernsehaufnahmen mit der so einmaligen, wunderbaren Augsburger Puppenkiste (anfangs noch mit Hilde Nocker als Sprecherin). 

Und die Hessenschau wurde damals von der recht kecken Michaele Scherenberg moderiert – ja - lang, lang ist's her...

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Der frühere Spottname „Mainhattan“ trifft’ es aus meiner Sicht nicht so richtig. Frankfurt hat sehr viele positive, grüne und interessante Seiten. Negative gibt es natürlich auch; z.B. Bausünden, massig viele Einbahnstraßen, langjährige Bauruinen in besten Lagen und den zunehmenden Fluglärm. Anderseits ist in der Mainmetropole sehr viel Potenzial versammelt. 
Kurz gesagt: Es brummt und summt - nicht nur im Bankenviertel oder am Flughafen - sondern eigentlich überall in der Stadt. Eine Stadt, die man – weil noch überschaubar - auch gerne haben kann!

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der Schweizerplatz. Gemütlich - bei Handkäs' mit Musik und einem bis evtl. mehreren Schobbe Äppelwoi - in einer der vielen, schönen und traditionsreichen Äbbelwoi-wirtschaften einfach nur still zu sitzen oder – bei passender Gelegenheit – auch mal mit den Nachbarn rechts und links uff’ m Holzbänk’sche einfach drauf los zu babbeln. Man trifft in ungezwunger Atmosphäre Hinz und Kunz bei Äbbelwoi...

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Natürlich gehört seit vielen Jahren das Cafe "Größenwahn" in der Lenaustr./Ecke Nordendstr. zu meinen Favoriten. Allein schon wegen der rasanten und immer wieder kreativen, überraschenden Küche und der bisweilen auch charmanten Bedienungen. 

Auch eine der dort tragenden Säulen - Hans-Jürgen - ist eine Institution. Er war allerdings noch nie in Hamburg; selbst schuld. Aber der Hans-Peter ist auch ein ganz Guter und das ganze GW -Team ist immer sehr zuvorkommend. Und das GW – Motto „Frankfurt soll wärmer und weiblicher werden“ teile ich uneingeschränkt.
Das Publikum im GW ist meist recht „bunt gemischt“ und selten langweilig. Und wenn, dann rettet die exzellente Küche den Abend...

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Wenn schon, dann im Nordend - früher eher in Sachsenhausen.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Die Buchmesse in Frankfurt zu halten, war sicherlich nicht ganz einfach - die Konkurrenz schläft nicht. Aber es scheint doch wohl gelungen! 
Die umsichtige Renovierung bzw. Restaurierung des Frankfurter Hauptbahnhofes ist ein Meisterstück geworden; ein wahres Schmuckstück. Ob man dieses allerdings noch untertunneln sollte, wage ich zu bezweifeln (siehe Stuttgart 21).
Das Museumsufer zu unterhalten und beständig weiter auszubauen, ist ganz sicher auch eine Leistung.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Henni Nachtsheim, J.W. von Goethe, Lia Wöhr, Th. W. Adorno, Prof. Bernhard Grzimek

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Mal mit Muße in den Tiger-Palast!

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Michel Friedmann – auch wenn er kein Frankfurter ist. Oder "ersatzweise" seine Angetraute Bärbel Schäfer – aus Bremen, oh je!

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Gelegentlich mal beim Äbbelwoi so richtig babbeln...