100 Frankfurter Köpfe
Jean-Claude TrichetBettina von BethmannGabriela UmbachMarco SeidlFrankfurter KöpfeJens RippergerJörg Müller
100 Fragen - viele Antworten
Philipp Höhler - Frankfurter Köpfe

Philipp Höhler

Hier geboren zu sein, ist kein Fehler. Aufgewachsen bin ich in Ginnheim, da konnte man Kastanien sammeln und Kaulquappen fangen, erste Schallplatten gabs am Dornbusch und die Weltreise mit dem Fahrrad "in die Stadt", hat mir früh beigebracht wie man sich gegen den motorisierten Verkehr durchsetzt. Heute wohne ich auf der Fressgass, tiefer hinein kann man in Frankfurt nicht geraten.
Mein Doppelleben lässt mich zuweilen als Performer erscheinen: Unter dem Decknamen "Tony Riga" singe ich eigene Songs, mit dem Acappella Terzett "Die 3 Frisöre" auch. Als Schauspieler und Bühnenkomponist erlebt man mich im "Daphne Zahn Trio".

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Bleibendes Ereignis war die Eröffnung der ersten U-Bahnlinie A1 (heute U1), der Kinderfahrschein zum selberstempeln zu 25 Pfennig. Ein aufregender Tag mit der Oma.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Jedem Fremden würde ich die Vorzüge der Lebensart preisen. Die wirklich vorhandene Chance Menschen, die man mal getroffen hat, wieder zu treffen.
Für uns Städter hingegen ist es traurig, die Herzlosigkeit des Kapitals im Straßenbild und im Umgang nur schwer ausgleichen zu können. Das Fehlen des Einzelhandels hat Frankfurt in eine große Messehalle verwandelt, in der Markenartikel-Sortimente ausgestellt werden. Fachgeschäfte, Boutiquen und Beratung fallen fast komplett flach, oder kennen Sie mehr kleine Läden außer in der Töngesgasse? Ist doch so.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Erstmal zuhause und dann auf Sattel meines Fahrrads. Damit komme ich überall sofort und schnell hin und aufch wieder weg.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Die "Bar Central" in der Elefantengasse hat sich als das brauchbarste Lokal der City erwiesen. Da passiert alles oder nichts.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

In einer Villa in der Zeppelinallee oder im Viertel um die Cronstettenstraße. Die Frage lautet doch wohl eher, wieviel Geld haben Sie?

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Es ist schon eine Leistung der Bürger so viele Jahre lang die Zeil als halb gepflasterte halb asphaltierte Baustelle zu ertragen und das Zentrum der Stadt so hemmungslos hässlich verkommen zu lassen. Dass ein Pavillon mit einem Juwelier mitten auf der Hauptwache die Marke für das Zentrum der Stadt setzt ist etwas, was sich nur die Stadt Frankfurt traut.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Man merkt es wohl. Mit dem Bewundern hab ich es nicht so... Ich habe Respekt vor Veranstaltern, die etwas für die Kleine Szene tun (Kleinkunst, Lowbudget), wie im "Bett" in Sachsenhausen oder das Maincafé.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Z.B. auf dem Dach des Hauptbahnhofs, um die Kolossalfigur des "Atlas" anzuschauen, in U-Bahn-Schächten, im Messeturm... ach da gibt es noch viel zu sehen

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Die Frankfurter Tatort-Kommissarin Andrea Sawatzki, nur ist sie weder aus noch in Frankfurt. Ansonsten ist es ja das Schöne, dass einem früher oder später so ziemlich jeder in dieser Stadt mal begegnen kann.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Dabeisein, Musik machen z. B. beim jährlichen Frankfurter Grand-Prix im Gallustheater, oder mit dem Accappela Terzett "Die 3 Frisöre", Theaterspielen mit dem "Daphne-Zahn-Trio"