100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Philip Stanley - Frankfurter Köpfe

Philip Stanley

Geboren England 1950 zwischen Stadt und Land in der Grafschaft Kent am südöstlichen Rande Londons. Erlebte Swinging-London in der Mod & Hippie Zeit der 60er und Yuppiezeit der 80er. Kunstschule und Architektenausbildung in London, seit 1978 25 Jahre als Architekt, 15 Jahre in England, wo ich auch viel mit Künstler gearbeitet habe, ab 1991 Wahlfrankfurter, seit 1995 mit einer deutschen Frau verheiratet. Selbstständig und seit 1999 auch Lehrer für Qigong Yangsheng, und ab 2006 für Taijiquan.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Eigentlich sind das zwei Eindrucke mit etwa 20 Jahren Abstand:

Das erste Mal war ich 1971 als fast mittelloser Kunststudent unterwegs, um eine Bekannte, die für die Amis in Frankfurt arbeitete, zu besuchen. Es war kurz vor Fasching. Sie wohnte im Bahnhofsviertel, dass ich damals als sehr lebendig und exotisch fand, fast italienisch, dachte ich. Frankfurt im allgemein kam mir ziemlich verhärmt müde und traurig vor, es roch nach Speck und Kohle. Bei einem Bummel im Stadtwald wurden wir von misstrauischen Polizisten in grünen Ledermänteln und weißen Schirmmützen ausgefragt. Gegen 06:30 morgens als ich die Straßenbahn zur Autobahn nahm, um weiter zu trampen, war sie schon voll mit Leuten, die zur Arbeit führten... Unfassbar! Es blieb ein Eindruck zurück: unter der Brücke trödelte ein Kahn den Main aufwärts...

...20 Jahre später war dies das Einzige, dass ich wieder erkannte, als ich 1991 die gleiche Brücke kreuzte, um an einem strahlenden sonnigen Julitag eine Sekt-Eisbowle im Café des damaligen Kunsthandwerkmuseums unter blühenden Glyzinien zu genießen. Es war mein erster Tag in Frankfurt wieder, um zu entscheiden, ob ich hier für drei Wochen arbeiten wollte... diesmal, im Vergleich zu London, kam es mir wie ein Dorf in Schlaraffenland vor. Der Rest, wie man sagt, ist Geschichte...

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Bedroht zu versinken im Flug-, u. Verkehrslärm und geschmackloser lärmender Eventkultur, Leider.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Die Mainufer oder der Main und die Stadt von der Mitte des Holbeinstegs aus gesehen, wo man die Kähne vorbeisegeln bewundern kann, auch bei Vollmond.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Lido in Bornheim / Mosch Mosch im Bahnhofsviertel/ Pflasterstrand am Mainufer

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Die ersten sechs Monate wohnte ich am Römerberg, was außer dem Weihnachtsmarkt sehr schön war. Dann in Nordend, wo die Lebendigkeit und Vielfalt mir sehr gefällt, und nun seit 10 Jahren in Sachsenhausen.
Sachsenhausen ist, wegen der Mainnähe, sehr angenehm, und wäre ideal, wenn es nicht so viele Lärmquellen gäbe, und falls die neue Landebahn gebaut wird, leider fast unbewohnbar sein wird...
Kurzum: wie in Tucholskys „Das Ideal“, irgendwo wo es Ruhe mitten in der Stadt gibt...

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Umweltqualität durch gepflegte Parks und Anlagen, dynamischen Mut zum Handeln, sich zu entwickeln und neues auszuprobieren, eine kulturelle Gesinnung, Buchmesse Jazz & Humor, HR Bigband, schöne historische städtebauliche Ensembles und auch moderne Architektur, viel Schönes für Bürger und Besucher wird angeboten, Vielfältigkeit und Kontrast, gutes Essen und hervorragende Märkte mit Bio-Erzeugnisse...und Alles überschaubar und irgendwie hübsch.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Bill Ramsey, Erich Fromm.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Das weiß ich nicht ganz im Vorab, aber ich freue mich auf neue Entdeckungen.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Bill Ramsey, Erich Fromm.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Qigong & Taijiquan im Park oder am Mainufer, Radfahren durch die Stadt und Umland, Schreiben auf meinem Blog „Qigongweg“ mit Randbemerkungen zu Qigong, Taijiquan.