100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Petra Roth - Frankfurter Köpfe

Petra Roth

Wir schreiben das Jahr 1995. Zum ersten Mal konnten die Frankfurter ihren Oberbürgermeister direkt wählen. Sie wählten eine Oberbürgermeisterin. Petra Roth, Römerchefin seit mehr als 10 Jahren. Viele finden, dass Frau Stadtoberhaupt der männerdominierten Banken- und Geldmetropole gut zu Gesicht steht. Und sie ist und bleibt Symbol und Ansporn für Frauen. Mit Hartnäckigkeit nach oben kommen – und dort bleiben.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Eine unglaublich spannende, aufregende, bewegte und bewegende Stadt. Die Narben des Krieges waren noch tief, und es war aber schon erkennbar, welchen Weg die Stadt gehen wird und welches Potenzial in ihr steckt. John F. Kennedy sprach in der Paulskirche, der U-Bahnbau wurde begonnen aber auch einige Bausünden der Nachkriegsarchitektur sind dieser Zeit geschuldet. Eine Stadt, die mich packte und bis heute nicht losließ.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Frankfurt – und insbesondere die Frankfurter selbst – machen es jedem leicht, sich schnell heimisch zu fühlen. Für eine Stadt mit hoher Mobilität übrigens ein echter Standortvorteil.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Das Mainufer ist für mich die schönste Flusspromenade Deutschlands, es ist in den letzten Jahren zu einem einzigartigen Schmuckstück der Stadt geworden. Mit den Bildern, die während der letzten Fußball-WM von diesem Ort um die Welt gingen, konnte keine andere Stadt konkurrieren.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das ist je nach Appetit und Anlass verschieden. Habe ich die Auswahl, mag ich Rippchen mit Gespritztem in der Gartenwirtschaft oder die Bratwurst auf der Dippemess.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Ich wohne in Nieder-Erlenbach, einem der wunderbaren Stadtteile im Frankfurter Norden und könnte mich nirgends wohler fühlen.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Dass Frankfurt sich als Stadt mit einer einmaligen Skyline auch immer an seine Geschichte und Tradition erinnert. Mit dem Wiederaufbau der Alten Oper, des Goethehauses, der Ostzeile des Römerberges, der Alten Stadtbibliothek sowie bald mit dem Ballsaal im Palmengarten und dem Palais Thurn und Taxis wird manches zu einer breiteren Identitätsbildung beitragen.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Es sind in der Goethestadt doch immer wieder die großen kulturellen Persönlichkeiten, die uns faszinieren. Wer schätzt nicht den einzigartigen Marcel Reich-Ranicki oder die wunderbare Opernsängerin Christine Schäfer aus Rödelheim – wer sie hört, ob als Cherubinio in Salzburg, bei einem Liederabend in der Alten Oper oder auch als Liesgen mit der originellen Kaffee-Kantate von Bach auf einer CD mit Thomas Quasthoff, der wird dieses Klangerlebnis nicht vergessen.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

"Ich gelange sowohl als Oberbürgermeisterin als auch privat in alle Frankfurter Stadtteile; ich denke, es gibt kaum einen Ort in der Stadt, den ich nicht schon besucht habe."

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Welche Aufschlüsse würde man als Gast im Hause der Familie Gontard gewinnen, und zwar zur Zeit, als Friedrich Hölderlin Hauslehrer der Bankiersgattin Susette war, die er als seine Muse „Diotima“ unsterblich gemacht hat.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Literatur, Musik und Theater – all diese meine Leidenschaften kann ich nirgendwo besser genießen als in Frankfurt. Nur zum Skifahren, meinem Lieblingssport, muss ich in die Alpen fahren – da ist der Lohrberg mit seinen 180 m.ü.M. dann doch nicht hoch genug....