100 Frankfurter Köpfe
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Paolo Carignani - Frankfurter Köpfe

Paolo Carignani

Ein Italiener – wer sonst – machte die Frankfurter Oper wieder groß. Paolo Carignani, geboren in Mailand, seit 1999 Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt und künstlerischer Leiter des Frankfurter Museumsorchesters. Seit er da ist, findet nicht nur das Feuilleton wieder Gefallen an „Oper made in Frankfurt“. Gewann viele Fans. Und wurde selbst zum Star. Mittlerweile Gastdirigent an vielen renommierten Häusern.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Als ich 1997 zu meinem ersten Dirigat nach Frankfurt kam, fiel mir sofort auf, dass sich in Frankfurt zwei sehr ausgeprägte Seiten mischen: Einerseits präsentiert sich die Stadt als ehrgeizige und anspruchsvolle Metropole. Andererseits trifft und lebt man hier das Seelenvolle und Gemütliche einer Provinz. Eine Mischung, die mir auf Anhieb gefiel!

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Genau so, wie es mein erster Eindruck war.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der Opernplatz. Die Alte Oper als Zentrum, in dem sich die ganze Welt der Musik trifft. Der schön gestaltete Platz mit seinen schicken Restaurants vermittelt das Gefühl von italienischer und französischer Piazza.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Es gibt sehr viele Restaurants mit ausgefallener Küche, besonders elegant, nouvelle cuisine...Mir persönlich gefallen die echten und authentischen Lokale: Im„La Traviata“ in Sachsenhausen bei Rocco fühle ich mich wohl und esse gut.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Dort, wo meine Frau und ich jetzt wohnen: in Sachsenhausen, nicht weit vom Schweizer Platz. Gerade hier habe ich die nette Atmosphäre eines lebendigen Viertels, habe einen Markt in der Nähe, und die Wolkenkratzer sehe ich von meinem Fenster aus: die Großstadt ganz nah, aber doch auf der anderen Seite des Mains.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Bewundernswert finde ich die hervorragenden Ausstellungen, die Max Hollein in den letzten Jahren in der Schirn ausgerichtet hat.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Ich bewundere die umfassende Bildung und vielseitige Kultur von Menschen wie z.B. Marcel Reich-Ranicki, Rüdiger Volhard und Hilmar Hoffmann.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Noch nie war ich im, wie ich weiß, traditionsreichen und bekannten Zoo. Der Anblick von Tieren in Gehegen weckt in mir lediglich den Wunsch, sie freizulassen – also bleibe ich vielleicht besser weg! Unbedingt einmal besuchen möchte ich die Frankfurter Altstadt in der Zukunft – in ihrer Neugestaltung!

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Gerne würde ich mich einmal mit Theodor W. Adorno treffen. Seine Besprechungen von Clemens Krauss’ Dirigaten machen mich neugierig auf alles, was er zu Anlass eines meiner Konzerte zu sagen hätte.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Schwimmen – denn meine Lieblingsbeschäftigungen sind vielleicht überall die gleichen: Musik, Dirigieren, Schwimmen, Kochen. Aber gerade in den letzten Jahren habe ich hier das Schwimmen als wunderbare tägliche Entspannung und Ausgleich entdeckt!