100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Nadine von Mauthner - Frankfurter Köpfe

Nadine von Mauthner

Eine Frau kämpft gegen das Vergessen und für das Andenken. Nadine von Mauthner, die einzige noch in Frankfurt lebende Tochter der Rothschilds, will erinnern. An die Enteignung ihres Vaters, dem Schlossherrn des Palais Grüneburg, der seinen Besitz an die Nazis abtreten musste. An das zerstörte Palais im Grüneburgpark erinnert heute eine Stele. Die Enteignung des Vaters aber bleibt unerwähnt. Die Tochter fordert, endlich die wahre Geschichte zu erzählen.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Der Grüneburgpark, unser Spielplatz, die Kutschfahrten mit dem Pony „Darky“. Später, Anfang der 50er Jahre: Menschlich schwierig in einer mir fremden Gesellschaft.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Gesellschaftlich sehr offen und aufgeschlossen. Anonym und ohne Rücksichtnahme oder Höflichkeit. Bitte und Danke sind Fremdwörter.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der schöne Blick auf die Skyline in der Abendsonne.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das Restaurant an der Alten Oper, im Freien sitzend.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

In Sachsenhausen.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Die Rückbesinnung zur Geschichte, das Erinnern an die Mäzene von damals und die Bewunderung für die von heute.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Menschen, die ohne Hass oder Anklage oder Profitsucht, nach den schrecklichen Erlebnissen in der Nazizeit, heute in Frankfurt leben.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Erstaunlich! In den Günthersburg-Park.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Internationale, aufgeschlossene und interessante Menschen.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Jeden Tag in dieser Stadt genießen.