100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Michael Herl - Frankfurter Köpfe

Michael Herl

Der Michi. Die Knubbel-Schnut. Der Fernsehbrummler. Vor allem: Der Theatermacher. Michael Herl ist ein Frankfurter Liebling. War früher Journalist, auch bei Qualitätsblättern. Gründete 1998 das Stalburg-Theater im Nordend (Kabarett, Theater, Jazz, Chanson, klassische Musik). Wurde bundesweit bekannt als brämiger Ausgeh-Tippgeber in der hr-Late Lounge. Leider abgesetzt. Die Stalburg bleibt – und mit ihr der Michi.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Hier ist gut Vögeln. (Hing aber wohl eher mit Monika zusammen als mit Frankfurt)

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Frankfurt ist immer noch eine sehr realitätsnahe Stadt. Kein Herhecheln hinter irgendwelchen Modeerscheinungen wie in Berlin, kein Rumgegockele wie in München und kein Auf-den-Knopf-drück-Frohsinn wie in Köln. Nur Hamburg ist ähnlich souverän, auch wenn es anders daherkommt.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Mein Bett.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

So einige. Aber bestimmt nicht welche, in denen Putenbruststreifen auf Blattsalat serviert werden. Und welche mit Nichtraucherzonen und vegetarischen Speisekarten auch nicht. Ansonsten: Alle, in denen keine Musik dudelt und kein Fußball übertragen wird.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

In meiner Wohnung.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

In der heutigen Zeit noch ein Parkhaus mitten in die City zu bauen ist bewundernswert kleingeistig. Wirklich zu bewundern ist die Selbstverständlichkeit, mit der ein enormer Anteil an ausländischen Mitbürgern als begrüßenswerte Normalität gelebt wird und die Nonchalance, mit der braune Arschlöcher im Römer ignoriert werden.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Für immer und ewig: Robert Gernhardt.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

In Museen. Ich beobachte neidisch die vielen Freunde, die von weither extra dafür anreisen und bei mir wohnen und mir dann abends berichten, wie toll es dort sei.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Adorno und mich selbst.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Wie überall auf der Welt auch: Apathisch irgendwo sitzen und gucken und denken und rauchen und sobald es dunkelt Rotwein trinken.