100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Matthias Jenny - Frankfurter Köpfe

Matthias Jenny

Der Palmengarten ist die grüne Oase der Stadt. Mit einem Heer von Gärtnern, Pflegern, Architekten sorgt Dr. Matthias Jenny dafür, dass dies so bleibt. Dass der Palmengarten weiterhin Lieblingsplatz von Frankfurtern und Zugezogenen ist. Was wenige wissen: Der Palmengarten ist auch eine der renommiertesten botanischen Gärten der Welt – und somit wahre Herausforderung für die Forscherseele Doktor Jenny.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

1995 am Bahnhof zu einem Bewerbungsgespräch angekommen: Ich fahr gleich wieder nach Berlin zurück. Zum Gespräch geh ich nur, damit die Reise bezahlt wird.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Frankfurt ist faktisch die verkannte und geleugnete reizvolle Hauptstadt einer landschaftlich und kulturell reichen Region. Viele positive Eigenheiten der Stadt hängen damit zusammen, dass ihre Einwohner auf diese Tatsache mit Selbstbewusstsein und Stolz reagieren, viele negative mit dem Hang der hiesigen Bevölkerung, nach noch Größerem zu schielen und ihr Zuhause damit klein zu machen.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der Botanische Garten der Universität. Hier gibt es auf kleinstem Raum traumhaft schöne unterschiedliche Landschaften, die auf wundersame Weise miteinander verknüpft sind. Persönlich genieße ich hier besonders die Ruhe und die Tatsache, dass ich nicht für jeden Makel an der Schönheit verantwortlich bin.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das liebste ist mir natürlich das Siesmayer im Palmengarten und das allerliebste wird leider erst 2009 im Gesellschaftshaus eröffnet. Beide runden das Gesamtkunstwerk Palmengarten ab, denn auch der Genuss von Gartenkunst und Pflanzenkunde macht Hunger und Durst.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

In einer hohen Altbauwohnung im Westend oder am Main. Beides war mir bisher vergönnt (natürlich nicht gleichzeitig!).

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Die Gabe, bei so viel Reichtum an Internationalität, Tradition, Kultur, Geld und Wissenschaft, sich arm, klein, hässlich und unzufrieden zu machen.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Heinrich Hoffmann, der mit dem Struwwelpeter Millionen von Kindern in aller Welt das wohligste Gruseln lehrte und lehrt. Klara Sesemann (von Johanna Spyri), weil sie es fertig gebracht hat, Heidi aus dem hinterwäldlerischen Bergkaff in die Stadt zu holen.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Im Main. Aber das Baden ist da ja noch immer ungesund.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Johann Christian Senckenberg, der wie kaum ein anderer Frankfurter seine Medizin und Wissenschaft vorangebracht hat. Leider wird, da sein Jahrgang 1707 ist, eine Begegnung wohl erst im Jenseits möglich sein.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Daran zu arbeiten, dass der schönste Ort der Stadt, der Palmengarten, noch schöner wird.