100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Klaus Reichert - Frankfurter Köpfe

Klaus Reichert

Prof. Klaus Reichert beschäftigt sich mit Literatur der Renaissance, mit der Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit, mit der Literatur der klassischen Moderne. Um unsere Welt zu verstehen, brauchen wir Menschen wie ihn, die interdisziplinär denken. Reichert leitet seit 1993 das, damals neu gegründete, Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit an der Uni Frankfurt. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Im Westend und an der Bockenheimer Landstraße standen noch viele schöne alte Häuser. Bald wurden sie ein Opfer der Abrißbirne. Das war 1964.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Eine Mischung aus Kleinkariertheit und eleganten baulichen Lösungen (Holleins Museum für Moderne Kunst).

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der Garten des Liebieghauses und der Blick von der Flößerbrücke auf das Hochhaus-Ensemble.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das Reuters, Ecke Reuterweg/Wolfsgangstraße.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Im Holzhausenviertel oder in Bockenheim.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Immer noch und immer wieder: die Kulturszene.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Walter Boehlich, der über vierzig Jahre lang in der Freiher-vom-Stein-Straße lebte. Er war zunächst Cheflektor im Suhrkamp-Verlag, dann freier Publizist und Übersetzer. Niemand in dieser Stadt reichte an seinen kritischen Verstand heran.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Irgendeine alte Witwe, die jeden Abend am gleichen Platz in ihrer Sachsenhäuser Äppler-Kneipe sitzt und scharfzüngig die Politik kommentiert.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Mit dem Fahrrad durch die Niddawiesen oder einen der vielen alten Parks fahren.