100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Jeffrey Myers - Frankfurter Köpfe

Jeffrey Myers

Wer viele Menschen erreichen und überzeugen will, muss sich heute moderner Marketingmaßnahmen bedienen. Das weiß auch Kirchenmann Jeffrey Myers. Der Amerikaner, aufgewachsen in Kansas City, ist seit 1990 Pfarrer der St. Paulsgemeinde in der Alten Nikolaikirche am Römerberg. WM-Gottesdienst, Flyer, Kirchencenter auf der Messe – er lässt sich immer wieder neue Dinge einfallen, um seine Schäfchen zu versammeln.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Aufgefallen waren mir zunächst die Gegensätze: Fachwerk neben Hochhäusern, Kirchtürme im Schatten der Banktürme. Als Amerikaner kann man aber mit Gegensätzen gut leben.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Spätestens seit der Fußball-WM 2006 wissen wir es: Frankfurt ist Weltmeister in Gastfreundschaft! Die „immer sich kreuzenden Fremden“ (Goethe) in Frankfurt schaffen eine Atmosphäre der Neugier, Toleranz und Weltoffenheit.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

"Auf dem Eisernen-Steg hat man alles – Frankfurter und Touristen, Geschichte und Kunst, Skyline und Ausblick – und dies alles stets in Bewegung."

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das Restaurant „Zum Schwarzen Stern“ bietet nicht nur eine originelle Speisekarte an, gerade für einen besonderen Anlass, sondern das professionelle Personal zeigt sich stets gastfreundlich und entgegenkommend. Die zahlreichen Fensterplätze wurden einst bei den Kaiserkrönungen vermietet. Auch heute hat man hier einen inspirierenden Blick auf den Römerberg.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Ich würde am liebsten auf der Alten Nikolaikirche wohnen. Man könnte eine hübsche Wohnung aus dem Raum unter dem Dach gestalten, zwar kalt im Winter und warm im Sommer, aber immer mit einem anregenden Ausblick. Das hätte sogar Tradition, denn im Mittelalter wohnte ein Türmer auf der Kirche.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Dass Menschen aus ca. 175 verschiedenen Ländern auf relativ engem Raum friedlich zusammen leben, ist nicht selbstverständlich. Die Stadt weiß aber die Spannung nicht nur auszuhalten, sondern die Vielfalt als bereichernd anzusehen und zu nutzen.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

"Frau Frieser, Gemüsehändlerin in der Kleinmarkthalle – stellvertretend für die vielen Frankfurterinnen und Frankfurter, die eine Berufung aus ihrem Job machen, Brücken schlagen und Menschen Gutes tun."

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Die Sternwarte möchte ich gerne besuchen. Dort verspreche ich mir, mich hin und wieder aus der Enge der Hochhäuser zu befreien und wieder einmal den weiten Blick zu bekommen.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Meine Nachbarin in der Alten Mainzer Gasse, Marianne Willemer, die begabte Dichterin und Freundin Goethes. Auf diese Art und Weise könnte ich auch Frankfurts berühmtesten Sohn treffen. Leider ist Marianne von Willemer vor fast 150 Jahren gestorben.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Baseball spielen mit meinem Sohn und seinen Freunden in der herrlichen Fried-Lübbecke-Anlage im Schatten des Römers. Ich glaube, der renommierte Kunsthistoriker und sogenannte „Altstadtvater“ Lübbecke (+1965) würde sich darüber freuen.