100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Friedrich von Metzler - Frankfurter Köpfe

Friedrich von Metzler

Das Bankhaus von Metzler – Frankfurter Tradition pur. Seit mehr als 330 Jahren und mittlerweile in elfter Generation im Besitz und unter der Leitung derer von Metzler. Familienoberhaupt und Chef: Friedrich von Metzler, kurz FM. Ein freundlicher, eloquenter und intelligenter Banker, der für sein Institut in Zeiten von Turbokapitalismus und weltumspannenden Shareholder Value eine individuelle Nische gefunden hat.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Ich wurde zwar 1943 in Dresden geboren, weil man damals glaubte, dort wäre man sicherer vor den Bomben als in Frankfurt – kam dann aber als noch ganz kleines Kind wieder zurück nach Frankfurt, so dass ich mich immer als waschechter Frankfurter gefühlt habe. Meine erste Erinnerung: Ich war sechs Jahre alt und hörte am Radio die Abstimmung, ob Frankfurt oder Bonn die künftige provisorische Hauptstadt werden würde. Ich erinnere mich noch gut an meine große Enttäuschung, als Bonn gewählt wurde. Heute freue ich mich sehr, dass Berlin unsere Hauptstadt geworden ist. Ich finde aber, Berlin hat noch einmal Glück gehabt. Der Abschied von Bonn ist manchen ja schon schwer genug gefallen – aber von Frankfurt hätte man sich nie mehr getrennt.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Sehr grün, sehr international, sehr gut organisiert. Die Stadt hat ein Einzugsgebiet von fast fünf Millionen Menschen und bildet das Kernstück eines einmaligen Verkehrsnetzes mit Flughafen, Bahnhof, Autobahnen und Flusshafen. Diese Premiumlage war in der Vergangenheit immer Frankfurts größtes Asset – und muss weiter ausgebaut werden.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der Museumspark zwischen dem Museum für Weltkulturen und dem Museum für angewandte Kunst.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das „Emma Metzler“ im Museum für Angewandte Kunst.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Mittendrin.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Den ausgeprägten Bürgersinn in all den Jahrhunderten. Als freie Reichsstadt war Frankfurt weder weltlichen noch geistlichen Fürsten untertan. Das bedeutete aber auch, dass die Frankfurter sich alle ihre Institutionen selbst aufbauen und erhalten mussten: Die Frankfurter Messe, Börse, Bürger-Hospital, Städel-Museum, die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, Palmengarten, Universität, Zoologischer Garten und so weiter und so fort. Das prägt unser Selbstverständnis und Selbstbewusstsein bis heute. Selbst anpacken, klug wirtschaften und für die Zukunft planen sind das Frankfurter Credo.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Goethe und Friedrich Stoltze. Jeder war auf seine Weise prägend für die Stadt und ihre Worte haben immer noch Bestand. Theodor Heuss hatte das einmal treffend zusammengefasst: „Immer wenn ich hier war, spürte ich beides: Weite einer Weltgesinnung und Nähe eines Heimatgefühls – Goethe und Friedrich Stoltze.“

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

An den „Pflasterstrand“.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Glücklicherweise habe ich schon viele interessante Menschen kennen gelernt. Aber wenn ich sehe, welche Persönlichkeiten in diesem Buch vorgestellt werden, denen ich bislang leider noch nicht begegnet bin, dann weiß ich, dass ich noch viele treffen muss.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Meine Arbeit als Bankier.