100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Frank Wolff - Frankfurter Köpfe

Frank Wolff

Frank Wolff, Cello-Visionär. Er studierte Musik in Freiburg und Philosophie bei Adorno. Sprecher der Studentenbewegung, Avantgarde-Cellist. Gründete 1981 mit Anne Bärenz das legendäre Frankfurter Kurorchester. Ein Ensemble, das von Peking bis New York für Furore sorgte. Wolff (Solo: „Mein blaues Cello“) entwickelte mit jungen Künstlern des Neuen Frankfurter Schulorchesters die Werke „Attacca“ und „Shanghai-Show“.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

1966 schien mir, der ich im hessischen Hinterland aufgewachsen war, die Stadt groß und schnell und laut. Wild entschlossen stürzte ich mich in die beginnende Studentenbewegung. Aber die Frankfurter Ureinwohner hatten die Ruhe weg und kauten ihren gemütlichen Dialekt wie Tabak.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Voll im Trend? Och nö. Sagt das allerliebste Stalburg Theater, und so brechen sich die Schockwellen aus aller Welt an dieser Stadt. Denn das wissen wir hier schon lange: Die Provinz ist überall.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der Blätter-Dom inmitten der Klettenbergstraße.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das vietnamesische Lokal „Binh Minh“ (Morgenröte) in der Ostendstraße.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Mit den Füßen am schönen Hauptbahnhof, mit dem Bauch in der Berger Straße, mit den Augen am südlichen Mainufer, am liebsten aber doch in meinem Wolkenkuckucksheim über den Dächern des Westends.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Seit Jahrhunderten Unmengen von Fremden zu schlucken und wieder auszuspucken – ohne mit der Wimper zu zucken.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Den Dichter Robert Gernhardt.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Auf dem Messeturm.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Goethe. Wir könnten mal unseren gemeinsamen Geburtstag feiern, meinetwegen auch in Weimar.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Durch die Stadt laufen und gute Bekannte grüßen, wie einst Alfred Edel.