100 Frankfurter Köpfe
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Axel Honneth - Frankfurter Köpfe

Axel Honneth

Wer ist der Nachfolger von Horkheimer, Adorno und Habermas? Prof. Axel Honneth, gebürtiger Essener, leitet das Institut für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. International anerkannter Forscher und Sozialphilosoph, der die Frankfurter Schule neu und weiter denkt. Der Habermas-Schüler bringt Frankfurter Gesellschaftsdenken in die ganze Welt – kürzlich zum Beispiel als Gastprofessor in den USA.

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Wenn ich an meinen ersten Besuch zurückdenke, der wohl 1971 stattfand, so erinnere ich eine vollkommen strukturlose Stadtmitte, zerfurcht vom Autoverkehr, umgeben von den Bausünden der 60er Jahre – es war, kurz gesagt, deprimierend, ohne jede Anziehungskraft.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Tatsächlich hat es Frankfurt vermocht, sein Stadtbild erheblich zu verbessern: Die Erschließung des Mainufers durch Museumsbauten, Bars, Restaurants und Fußwege, die zögerliche, aber doch voranschreitende Rückgestaltung öffentlicher Plätze, die Verschränkung von Hochhäusern und kleineren Häuserzeilen, das alles hat der Stadt ein neues, urbanes Gesicht verliehen.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Der Willy Brandt-Platz, allerdings abzüglich des scheußlichen, die Perspektiven verstellenden, überdimensionierten Euro-Monuments.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das Restaurant im ehemaligen Literaturhaus auf der Bockenheimer Anlage, eine sehr gelungene Mischung aus dezentrierter Intellektualität, neugieriger Offenheit und behaglicher Kneipenatmosphäre.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Wenn nicht im Westend, wo ich lebe, vielleicht am Mainufer im Osten der Stadt, mit den berückenden Blicken auf die Skyline.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Die hoffentlich nicht erlahmende Fähigkeit, wirtschaftliche Interessen für die Belange der öffentlichen Kultur und des intellektuellen Lebens fruchtbar zu machen – in dieser Hinsicht besitzt Frankfurt eine bewunderungswürdige Vergangenheit, an die es stets wieder zu erinnern gilt.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Johann Christian Senckenberg, Clara Schumann, Wilhelm Merton, Ernst May und Theodor W. Adorno.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Ich war noch nie in der Eissporthalle, auch noch nie im Hochhaus der Commerzbank, noch hinter der Bühne im Opernhaus, alles Plätze, die ich gerne kennen lernen würde.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Einen Schallplatten- oder CD-Verkäufer, der sich auf klassische Musik versteht.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Mit meinen Söhnen Fußball spielen im Grüneburgpark, Rad fahren entlang des Main, Besuche in der Oper.