100 Frankfurter Köpfe
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100 Fragen - viele Antworten
Arno Lustiger - Frankfurter Köpfe

Arno Lustiger

Ein leidenschaftlicher und intelligenter Streiter. Arno Lustiger, Schriftsteller und Historiker. Überlebte mehrere Konzentrationslager – die Schrecken der NS-Herrschaft verarbeitete er in seine Büchern. Lustiger verdiente sein Geld als Kleiderfabrikant, ist Mitbegründer der Jüdischen Gemeinde Frankfurts und engagierte sich lange im Vorstand der Budge-Stiftung, (ein Altenwohn- und Pflegeheim für Juden und Christen).

Ihr erster Eindruck von Frankfurt damals?

Als ich Mitte September 1945 in Frankfurt ankam, war die Stadt zum größten Teil zerstört. Ich wollte schnellstens nach Zeilsheim kommen, um im „Displaced Persons-Lager“ ein Dach über dem Kopf und Verpflegung zu finden.

Wie würden Sie Frankfurt heute beschreiben?

Es ist eine vibrierende, weltoffene, geschäftige, tolerante europäische Metropole, in der auch das Schöne und Gute einen wichtigen Platz einnimmt. Es ist „meine“ Stadt seit genau 61 Jahren.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Frankfurt?

Die Mainufer-Promenade und das Museumsufer „dribbdebach“, in Sachsenhausen.

Welches Lokal/Restaurant besuchen Sie am liebsten?

Das Restaurant „Parthenon“ in der Kennedy-Allee, dem guten Essen, der schönen Terrasse und der freundlichen Bedienung wegen. Am Fasching das „Gemalte Haus“.

Wo möchten Sie in Frankfurt wohnen?

Da wo ich jetzt wohne, in Sachsenhausen, in meinem „Schtetl“.

Welche Leistungen Frankfurts bewundern Sie am meisten?

Viele! Die Wirtschaftsleistung, das pulsierende, kulturelle Leben, das Zusammenleben vieler Nationalitäten und die gegenseitige Toleranz, die das ermöglicht.

Welche Frankfurter Persönlichkeit bewundern Sie am meisten?

Den jüdischen Philantrop, Pionier des sozialen Wohnungsbaus, Mäzen, Sozialreformator und „roten Kapitalisten“ Charles Hallgarten, geboren 1838, gestorben in Frankfurt 1908. Ich bin sein (Kurz-) Biograph.

Wo waren Sie noch nie in Frankfurt? Wo möchten Sie unbedingt in Frankfurt einmal hingehen?

Ins Verkehrsmuseum in Schwanheim.

Welchen Frankfurter würden Sie gerne einmal treffen und kennen lernen?

Einen toleranten, moslemischen Geistlichen.

Ihre Lieblingsbeschäftigung in Frankfurt?

Mit Freunden über Gott und die Welt klönen, diskutieren – und wenn es sein muss auch streiten.